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29 January 2007 @ 06:43 pm
Literati: Cemetery Gates  
Titel : Cemetery Gates
Autor : MissBlackRebel aka Viki
Genre : Drama/Angst
Pairing : Literati
Rating : T
Disclaimer : No money. No claiming.
Summary : Das Leben von Rory hat sich gewaltig verändert.
A/N : We're all strange and crazy.


Cemetery Gates

Gehen?
Oder war es bleiben? Den Fuß nach vorn, oder…doch nach hinten?
Der Teller war leer. Wo war doch bloß das Essen hin? Sie hatte es doch dort hin gestellt, ihre Finger, ihre eigenen Finger hatte sie benutzt und den Teller aus dem Schrank geholt und dann hatte sie ein Messer genommen, aber es nicht benutzt, denn sie erinnerte sich an ihre Mommy. Sie hatte ihr doch verboten mit scharfen Gegenständen zu spielen. „Es tut mir Leid, Mommy!“, hatte sie geweint. „Ich wollte dir nicht wehtun“, sie hatte sich dann gewundert. Das Messer war wieder im Schrank, oder war es das nicht? Der Schrank hatte zwei Schubladen, in einer waren die Kellen und im anderen die Messer. Oder waren es Töpfe? Ihr Kopf wollte platzen, sie lachte. „Mein Kopf tut weh, Mommy!“, sie lachte lauter und lauter bis sich ihr Lachen in Tränen verwandelte. Sie waren salzig, wie das Brot. Sie hatte Butter drauf geschmiert und Salz darauf gestreut, denn es schmeckte besser mit Salz. Aber ihre Tränen schmeckten nicht. „Bitter“, sie hustete und ihre kalte Hand fuhr über den Teller auf dem Krümel waren. „Das Brot ist weg, Mommy!“ sagte sie und lachte wieder. „Genau wie du, siehst du?“ Sie nahm den Teller in die kalte Hand und wendete ihn und drehte ihn und beobachtete wie die Krümel von ihm vielen. „Ich habe so schrecklichen Durst“, sie ließ den Teller plötzlich fallen, so wertlos war er und hörte den Aufprall nicht. Ihre Haare waren nicht schön, dachte sie sich. Sie ging von der Spüle weg, das Wasser lief weiter, aber es kümmerte sie nicht. „Ich bin so hässlich und ich habe Durst“, sie nahm ihre Bürste und kämmte sich die Haare, dass sie fast ausrissen, aber es kümmerte sie nicht. Ihre Tränen fielen schneller von ihren knochigen Wangen und sie starrte sich im Spiegelbild an. „Nein“ flüsterte sie. „Nein“ und wieder und immer wieder und sie schrie und schrie und ihre Hand knallte gegen das Glas, aber es zersprang nicht, warum zersprang es nicht? Sie weinte heftig, sie schluckte und hustete und biss sich auf die Lippe und weinte noch mehr bis sie nicht mehr konnte und sie fühlte sich grauenvoll. „Wo ist mein Wasser, Mom?“ schrie sie in Richtung Küche. „Hast du es mir bereitgestellt? Du weißt, dass ich gleich zur Arbeit muss.“ Sie stand auf, ihre Augen glasig und rot und wässrig und verließ das Bad wieder. „Ich habe den wichtigen Termin mit Mr Hudson. Ich darf ihn nicht verpassen, vielleicht gibt er mir endlich den Artikel. Vielleicht kann ich endlich nach Europa und dort arbeiten. Europa, weißt du noch Mom? Paris und Irland! Kannst du dich nicht mehr erinnern, Mom? Als wir dort waren und in der Bar hockten und auf Bono warteten. Aber er kam nicht, stimmt’s? Er hat uns im Stich gelassen. Jess war fort. Er war in Kalifornien und hat seinen Dad besucht. Ich war allein.“ Sie stockte, ihre Hände zitterten und sie erblickte den laufenden Wasserhahn. „Mom, warum hast den Hahn nicht zu gemacht?“ Sie starrte in die Leere und sie starrte.

Als Jess nach Hause kam und seine Schlüssel in den kleinen Korb an der Tür warf, seine Aktentasche auf einem Stuhl postierte und seine Lederjacke aufhing, seufzte er und ging ins Wohnzimmer. Es war dunkel und kalt und es roch nach Feuchtigkeit. Sein Herz schlug sehr schnell, seine warmen braunen müden Augen schossen in alle Richtungen. Er lief in die Küche und sah sie auf dem Boden sitzen, in einer Pfütze und sie sah die Wand an und rührte sich nicht. „Rory!“, er stürzte sich auf sie, hob sie hoch in seine Arme und wiegte sie und küsste sie und zählte ihre trockenen Tränen. „Wie lange sitzt du schon hier? Oh Rory“ sein Herz wurde schwer und er hasste sich. Wie konnte er sie nur allein lassen, obgleich er wusste wie schlecht es ihr ging. Er zog sie auf das Sofa und streichelte ihre Wangen und küsste ihre Stirn und hoffte es ging ihr gut. „Wo sind deine Pillen, Rory?“ er schaute auf den Tisch, er hatte sie am Morgen dort hingelegt. Sie musste sie nehmen. „Hast du Hunger? Soll ich uns etwas zu Essen kochen? Ich habe gestern die Buchstabensuppe geholt, weißt du noch? Du hast damals darauf bestanden, dass wir sie holen, du wolltest dem Schicksal einen Streich spielen und meinen Namen aus der Suppe fischen, nur damit alle wüssten, dass ich zu dir gehöre“, er zuckte leicht zusammen, die Erinnerung brannte in seinem Gehirn. „Ist dir Kalt? Soll ich dir eine Decke holen? Ich kann uns einen Tee machen und wir sehen uns einen Film an, na wie klingt das?“ er versuchte zu lächeln, aber er wollte heulen. Ihre glasigen Augen schauten dann plötzlich in die seinen.
„Jess“, flüsterte sie und brachte ihre flache kalte Hand zu seinem Gesicht. Sie fühlte ihn ab, berührte seine geschlossenen Lider, seine Stirn und verfolgte die kleine Träne welche sich aus seinem Auge loslöste mit den ihrigen. Sie feuchtete ihre trockenen Lippen an und schluckte und ihr Atem verließ zittrig ihren Mund. „Jess, ich möchte zu meiner Mom“ und er atmete aus, sein Herz schlug nicht mehr, seine Hände verkrampften sich. Er fürchtete sich vor dieser Frage und er wusste sie würde sie bald stellen. Aber was konnte er schon tun? Er strich ihr sanft die krausigen Haare aus dem Gesicht und küsste ihre Stirn wieder. „Lass uns gehen, meine Prinzessin“ und er nahm ihre Hand und er führte sie fort.

Der Wind wehte die grauen und schwarzen und weißen Wolken hinfort und er fühlte sich schrecklich und er wollte nicht hier sein. Aber er hielt ihre Hand fest während sie den eiskalten Stein studierte. „Mom?“ flüsterte sie und er hörte weg. „Bist du hier?“, es regte sich nichts. „Es tut mir Leid, Mommy“ und sie sah Jess an und sie gingen hinaus aus dem Park, dem Friedhof, dem grauen Ort.


fin.